Aktuell

Oktober 2014: Edition Howeg & orte Verlag im Swipsfenster

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Jürg Burkhart
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Dreiunddreißig zum Beispiel. Er also dreiunddreißig; sie, sagen wir, etwas jünger, ein, zwei Jahre schon. Früher war sie sowieso jünger, manchmal fünfzehn, zwanzig Jahre jünger. Es kam schon vor, dass ein Achtunddreißigjähriger eine Siebzehnjährige heiratete. Daraus gab es dann zum Beispiel Effi Briest, Swinemünde und so weiter.

Il tempo di Cupido.

Edition Howeg
Erscheinungsjahr 2015
Softcover, 108 Seiten
Format 12 x 20,5 cm
ISBN 978-3-85736-305-4
CHF 22 / EUR 19

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orte Nr. 178
“Ich weiss und grün” – Von Lautmalern und Bildpoeten

orte 178 bewegt sich in den Grenzgebieten zwischen Text und Bild. Lässt sich Malerei in Sprache übersetzen? Welcher Art ist das Wechselspiel zwischen literarischer und bildnerischer Ausdrucksform? Sind Bilder und Text „etwas ganz Anderes“, wie es Alfred Andersch formuliert oder „wurzelhaft eins“, wie Paul Klee meinte? Und was passiert, wenn Geschriebenes in Einzelteile zerlegt zu reinem Material wird? Ausser Andersch gehen diesen Fragen Klaus Merz, Matteo Terzaghi, Jürg Schoop, Evi Kliemand und zahlreiche weitere Schriftsteller und Künstler nach. Rosina Kuhn erzählt in einem Interview von ihren künstlerischen Grenzgängen mit dem Dichter Ted Berrigan. Illustriert und erweitert werden die Beiträge durch passendes Bildmaterial sowie ausdrucksstarke Fotos von Thomas Aigner, der in H. C. Jenssens Atelier an der Staffelei arbeitende Schriftsteller abgelichtet hat. Ein orte randvoll mit gestaltenden Poeten und Malern von Sprache – anregend für Auge, Geist und Gemüt!

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Guy Krneta auf der Shortlist für den Schweizer Buchpreis

Guy Krneta ist mit seinem neuen Buch UNGER ÜS (Verlag Der Gesunde Menschenversand) auf der Shortlist für den Schweizer Buchpreis. Wir gratulieren!

Ein Familienroman, mehr noch: ein Gesellschaftsroman. Und das im Spoken Word? Durchaus. Guy Krneta gelingt das Wagnis, indem er uns Momentaufnahmen aus der Geschichte einer Schweizer Familie und mit ihr aus den vergangenen fünfzig Jahren der Schweiz verschafft. Wie im Fotoalbum ergeben sich kleinere und grössere Sprünge zwischen den einzelnen Aufnahmen. Umso grösser wird die Spannung: Wo bleibt er denn, der Unggle Sämi? Und danach die Auflösung: Ah, da ist er wieder, oder: Diese Vivienne kenne ich doch auch schon. Aber “unger üs” bleiben wir dabei nicht. Und dies nicht nur, weil der Ich-Erzähler nach Peru fährt, um das Kind zu finden, das er gezeugt haben will.

“Unger üs” sagt der Grossvater, wenn er noch glaubt, er könne die Familie vereinen. Und “unger üs” sagt der Unggle Sämi, wenn er einmal mehr flunkert und nicht entlarvt sein will. “Unger üs” bietet eine täuschende Fassade – wie die Berner Mundart, wenn sie nicht so kunstvoll in der Schwebe gehalten wird, wie Guy Krneta das schafft: Er spricht im Vertrauten das Verfängliche aus, und diese Doppelbödigkeit liegt auch in den Geschichten und den Personen, die sie erleben. Man gewinnt sie lieb, diese Personen, auch wenn oder gerade weil unter ihrem “unger üs” kein fester Boden mehr zu finden ist.

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