Aktuell

Juni 2016: NIMBUS und bilgerverlag im Swipsfenster

Hugo Ball
Flametti
oder Vom Dandysmus der Armen

Bernhard Echte (Hrsg.)

Hugo Balls Roman über Flamettis Variété-Ensemble – weltberühmt auf der Zürcher Fuchsweide: mit Aus­brecherkönigen, Feuerschluckern, den letzten Indianern vom Stamme der Delawaren, Tiroler Jodlern und weiterem pittoreskem Personal: der üppigen Mutter Dudlinger, dem Krematoriumsfritze und seiner Freundin Madame Dada. Es ist sein charmantestes, witzigstes Buch – und deswegen natürlich weitgehend ver­gessen, für die «happy few» aber unbegrenzt haltbar. Es erscheint hier erst­mals mit dem ungedruckt ge­bliebenen Vorwort und beweist auch 100 Jahre nach seiner Entstehung: «Es ist eine Lust zu leben» bzw. zu lesen. Tun Sie es: Es wird Ihr Leben in ungeahnter Weise bereichern. Großes Indianer-Ehrenwort.

«Gefängnis, Skandal, Freudenhaus, Fahnenflucht waren kein Einwand. Artisten kommen aus einer anderen Welt. Sind keine Bürger. Aus Unterdrückung werden Artisten. Wo keine Defekte sind, sind keine Menschen. Buntheit, Zauber, Exotik: Nur aus Verzweiflung.» 
Hugo Ball, Flametti

Flametti oder Vom Dandysmus der Armen
Hugo Ball
Bernhard Echte (Hrsg.)
NIMBUS
224 Seiten
8 Illustrationen
ISBN 978-3-03850-022-3
mit dem unveröffentlich gebliebenen Vorwort.
Band 3 der Reihe «unbegrenzt haltbar»
Halbleinen, Fadenbindung, Lesebändchen.


Hernán Ronsino
Lumbre
Roman

Jedes Stück Mauer in dieser Stadt trägt, wie eine Haut, die Spuren meiner Geschichte.
Mit Lumbre (spanisch für: Glühen) ist dem argentinischen Schriftsteller Hernán Ronsino ein überragender Roman gelungen, der von der Kritik zurecht in eine Reihe mit den grossen Romanen Südamerikas der letzten fünfzig Jahre gestellt wird.
»Geboren bin ich – neunzig Jahre nachdem Urquizas Truppen auf den Ländereien von Gorostiaga gerastet hatten – am Morgen des 28. Januar 1942. Am Ufer der Laguna del Tigre. An diesem Tag – zur selben Stunde – notierte Pavese in sein Turiner Tagebuch – kann es sein, dass er um die Lagune wusste, um den Todeskampf meiner Mutter, die unter den Sternen verblutete, um mich zerbrechliches Wesen auf den Brettern des Milchwagens? –: Sich an etwas zu erinnern bedeutet, es – jetzt erst – zum ersten Mal zu sehen. Die Erinnerung ist ein lichtes Gebären.«
Geschildert werden drei Tage im März 2002: Der Erzähler Federico Souza kehrt nach etlichen Jahren der Abwesenheit in seine Heimatstadt zurück, weil ein alter Freund der Familie, Pajarito Lernú, unter ungeklärten Umständen gestorben ist – und ihm eine Kuh hinterlassen hat.

Hernán Ronsino
Lumbre. Roman
bilgerverlag
ISBN 978-3-03762-055-7
Aus dem argentinische Spanisch übersetzt von Luis Ruby.
340 Seiten, gebunden mit Lesebändchen, 12 SW-Fotos von Silva Pocha.
Das Buch erscheint in der SUR-Reihe des argentinischen Aussenministeriums zur Förderung der Literatur Argentiniens im Ausland.

Pfauenfeder geht an den Verlag die brotsuppe

Für Präsenz von Literarischen Übersetzern auf Buchcovern geht die Pfauenfeder an den Verlag die brotsuppe, die Bleifeder an den Verlag Nagel & Kimche

Der AdS verleiht jedes Jahr anlässlich seiner Generalversammlung zwei Auszeichnungen: die «plume de paon» (Pfauenfeder) und die «plume de plomb» (Bleifeder) an Literaturengagierte, Verleger, Institutionen, Medien oder andere Literatur-Organisationen. Die diesjährigen Preise sind dem Bemühen (oder Unterlassen) von Verlagen gewidmet, literarische Übersetzerinnen und Übersetzer besser sichtbar zu machen, sprich, sie auch auf dem Cover eines Buches prominent zu präsentieren. Der schillernde Preis «plume de paon» ging an den Verlag die brotsuppe, gewürdigt von der literarischen Übersetzerin Jacqueline Aerne. Yla von Dach, Übersetzerin aus dem Französischen ins Deutsche, wiederum präsentierte in ironisch-bissigem Ton die bleierne «plume de plomb», die den Verlag Nagel & Kimche auszeichnete. Die vom AdS überreichten Wanderpokale und die dazugehörigen Urkunden sollen Zeichen und Ansporn sein, engagiertes Wirken für die Literatur und die Autorinnen und Literarische Übersetzer weiter zu pflegen und durch aktiveren Dialog vernachlässigter und frustrierter Autoren und literarische Übersetzer aufzuheitern.